5. Die Mitarbeiter des Heimes Puente de Amistad und heimbasierter Unterricht

Jede der folgenden Gruppen hat einen Erzieher:

o Die kleinen Mädchen (7-12)

o Die großen Mädchen (13-17)

o Die kleinen Jungs (7-12)

o Die großen Jungs (13-18)

Die Kleinkinder haben zwei ihnen zugeteilte Betreuerinnen, bei denen eine auch im Heim wohnt. 

Die drei Köchinnen haben immer in Dreitagesschritten den Dienstwechsel.

Keine der oben genannten Personen hat eine Ausbildung in diesem speziellen Teilbereich der Arbeit, die sie ausübt. Die meisten Mitarbeiter sind Familienangehörige oder Bewohner des Dorfes aus der Nähe. 

Nachtwächter, die tagsüber Reparatur- oder Gartenarbeit leisten, gibt es drei, die auch ihre Dienste alle zwei Tage tauschen. 

Es arbeiten auch zwei Psychologinnen im Heim, wobei die Ausbildung nicht den deutschen Ansprüchen gerecht wird. Zudem wurde durch Heimjugendliche klar gemacht, dass die Arbeit der Psychologinnen nicht ausreichend ist. 

Ebenso ist eine Pädagogin im Heim.

Das Heim hat auch einen eigenen Busfahrer, der die Kinder bei Bedarf zu ihren Zielen fahren kann. Diese könnten zum einen die Pazifikküste sein oder auch nur für kleinere Ausflüge zu Vulkanen o.Ä. 

Das Heim beschäftigt einen Musiklehrer, der den Jugendlichen regelmäßig Musikunterricht gibt. Er lehrt verschiedene Instrumente wie z.B. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier und Geige. Auch gesanglich werden den Teenagern Möglichkeiten offengelassen, sich zu entfalten. Wenn einer der Musizierenden ein großes Talent aufweist, dann gibt es die Möglichkeit, sich für Musikstipendien einzuschreiben und erweiterten Musikunterricht zu erhalten.

Ein Englischlehrer kommt zwei- bis dreimal in der Woche, um den Kindern auch außerhalb der Schule, in der das Englisch kein Pflichtfach ist, die Sprache beizubringen.

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist auch in Mittelamerika zu finden. Dafür wird den Heimkindern und denen, die aus dem Dorf tagsüber vorbeikommen, Landwirtschaftsunterricht angeboten. Man verspricht sich daraus, dass die Kinder, wenn sie mal eine eigenen Familie haben, nicht nur auf den Supermarkt, sondern auch auf den eigenen Garten in Sachen zur Ernährung anbauen können.

Abgesehen vom Gottesdienst in der Kirche müssen die Kinder Bibelunterricht besuchen, denn Religion spielt in Nicaragua eine große Rolle.

6. Unterstützung aus den USA, Schultage und Freizeitaktivitäten

Viele Kinderheime in Nicaragua haben Unterstüzer aus den Vereinigten Staaten, die Geld spenden, Geschenke schicken, Pate eines Kindes werden oder manchmal auch ein Kind adoptieren möchten. Aufgrund dessen werden die Verbindungen zu den Amerikanern gut gehalten und ein bis zwei mal im Jahr besuchen diese das Heim und/oder ihre Patenkinder. Für diesen Anlass ziehen die Kinder ihre Sonntagskleider und machen sich hübsch, um einen guten Eindruck zu machen. Nach einem Konzert in der Kirche, bei dem der Musiklehrer seine Schüler ihr Können zeigen lässt, wird Pizza bestellt und gespeist.

Ein typischer Schultag eines Heimkindes, das nicht in die neben liegende Grundschule geht, sieht folgendermaßen aus:

4:00 Uhr aufstehen

o In Schichten duschen, da immer nur eine Dusche pro Haus da ist

o Frühstücken

o Schuluniformen anziehen

o Laufen zum Bus (ca. 15 Minuten)

o Schule von 7:00 bis ca. 12:30 

o Ankunft im Heim um ca. 14:00 Uhr

o Mittagessen

o Hausaufgaben

o Häusliche Dienste (Putzen etc)

o Je nach Tag noch Musik- oder Englisch- bzw. Computerunterricht, sowie Gottesdienst

o Von Hand Wäsche waschen und Schuluniformen bügeln.

o 17:30-18:00 Uhr Abendessen

o Danach Freizeit und ab 20:00 bis 20:30 ist Schlafenszeit

Je nach finanzieller Lage ist es dem Heim möglich, den Busfahrer und das Benzin zu zahlen, damit die Kinder die Möglichkeit haben, an Wochenenden Ausflüge wahrzunehmen.

7. Beurteilung der Einrichtung und Resumée

Das Kinderheim Puente de Amistad macht die Arbeit, die es erfüllen soll, gut. Die Kinder haben gute hygienische Umstände und auch sonst ein besseres Leben als Kinder aus normalen Familien. Jedoch dürfen mögliche landestypische Probleme wie Korruption und Geldunterschlagung nicht ungenannt bleiben, auch wie die Willkür der Direktorin. 

Die Ausführung dieses Handlungsauftrages war von besonderen Eindrücken und netten Gesprächen geprägt. In Betracht zu ziehen, in dem Heim zu arbeiten ist keine Möglichkeit, da keine Spanischkenntnisse meinerseits gegeben sind. Als Praktikant  ist dies sicher eine große Erfahrung mit einer Kultur und Lebensart die sich sehr von der deutschen unterscheidet.

8. Quellen

www.kozenn.at/144.html

www.freundschaftsbruecke-nicaragua.de/ueber-uns/das-team-in-nicaragua/die-ziele-der-stiftung.html  

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