Mila Obert - El Cañón 19.12.2012

Nachdem ich im Jahr 2011 bereits fuer vier Monate als Freiwillige im Kinderheim “Puente de Amistad” in El Cañón war, bin ich im Mai 2012 hierher zurueckgekehrt, um mehr Zeit in Nicaragua verbringen zu koennen. In den sieben Monaten meines bisherigen Aufenthalts habe ich viele Einblicke in die nicaraguanische Kultur, in das Leben in einem solch armen Land und in das Leben der Kinder und Jugendlichen, von denen manche einen Grossteil ihres Lebens im Heim verbracht haben, gesammelt. 

Der Alltag im Heim ist sehr durchstrukturiert: Schule, Hausaufgaben, Putzen, psychologische Zuwendung, Gottesdienst, Musik-, Computer-, Schreinerei- und Englischunterricht sorgen dafuer, dass die Kinder beschaeftigt sind, ihre Talente entwickeln und nuetzliche Kenntnisse erwerben. Viele der Jugendlichen, die schon lange im Heim leben und von diesen Aktivitaeten profitieren, sind deutschen  ihres Alters so aehnlich: sie lieben es, Musik zu hoeren und zu tanzen, sie wollen schoene Kleidung, haben Facebook , gehen gerne ins Kino und Pizza essen. Dabei merkt man im Alltag oft fast nicht, aus welchen Umstaenden sie kommen und welche Vergangenheit sie haben. Dass sie ihre Familien vermissen und Ausfluege im Heim nur selten unternommen werden. Wahrscheinlich deshalb ist es jedesmal wieder aufruettelnd, wenn neue Kinder wegen Misshandlung oder extremer Armut vom Familienministerium oder wegen fehlender Versorgungsmoeglichkeit von ihren Eltern ins Heim gebracht werden. Erst dann wird einem wirklich bewusst, welche schwierige Vergangenheit alle Kinder hier haben.

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