Zwischenstandsbericht, Karlsruhe im November 2024
Liebe Mitglieder der Freundschaftsbrücke Nicaragua!
Heute sehen wir uns in der Verpflichtung, über die aktuelle Lage unserer Projekte zu informieren. Es handelt sich erst um einen Zwischenstandsbericht, den wir Ihnen aber nicht vorenthalten wollen, denn auf Ihre Mitarbeit und Unterstützung sind wir mehr denn je angewiesen.
Die immer schwieriger werdende finanzielle Lage unseres Vereins zwingt uns, zum Jahresende beide noch bestehenden Schulen zu schließen, ein schmerzlicher Schritt. Derzeit ist noch unklar, wie es mit den Schulen weitergeht. Dass die Schule Martin Luther King vom Staat übernommen wird, gilt als wahrscheinlich, sodass der Schulbesuch der Kinder im Canyon gesichert zu sein scheint. Die Zukunft der Schule Centroamericana in Nagarote ist noch ungeklärt. Notfalls müssen die Kinder in ein der dort bestehenden staatlichen Schulen wechseln, was die Eltern unbedingt vermeiden wollten und deshalb seit diesem Schuljahr einen Teil der Kosten getragen haben. Aber das reichte leider für den Fort-bestand der Schule nicht aus.
Genauso schmerzt uns, dass Carolina Alguera gezwungen ist, unseren Partnerverein in Nicaragua SIANIJ aufzulösen. Durch die politischen Veränderungen im Land ist die Arbeit zunehmend schwierig, oft schikanös und sehr nervenaufreibend geworden. Seitdem jeder, der mit einer ausländischen Nichtregierungsorganisation (NGO) zusammenarbeitet, als ausländischer Agent geführt wird, ist das Spendenaufkommen in Nicaragua und die Bereitschaft der Zusammenarbeit mit SIANIJ praktisch zum Erliegen gekommen. Dies können wir mit unserer monatlichen Überweisung nicht ausgleichen.
Was uns aber ganz wichtig ist, ist das Fortbestehen unseres Familienprojekts, denn diese 60 Familien leben am bzw. unter dem Existenzminimum. Im Augenblick stehen wir in Gesprächen mit dem Nicaragua Verein Oldenburg, der verschiedene kleinere Projekte (APREDEN) unterstützt. Der verantwortliche Mitarbeiter prüft derzeit, ob unser Familienprojekt mitbetreut werden kann, selbstverständlich gegen Bezahlung. Carolina steht in Kontakt mit ihm und hilft bei der hoffentlich bald zu realisierenden Übergabe.
Die Ziele, die sich unser Verein Freundschaftsbrücke Nicaragua gesetzt hat, könnten so weitergeführt werden, denn die Hilfe für die Familien bedeutet Schule und Ausbildung für deren Kinder. Im nächsten Rundbrief, der für Januar geplant ist, können wir sicher Genaueres berichten. Bis dahin bitten wir darum, uns treu zu bleiben und unsere Arbeit weiterhin zu unterstützen.
Noch ein Hinweis, der zeigt, dass wir aktiv bleiben und optimistisch weiterarbeiten: Der Verein hat am Freitag, 06. Dezember einen Stand auf dem Sternlesmarkt in Ettlingen. Wir freuen uns, wenn Sie uns dort besuchen.
Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest.
Waltraud Klein-Hanagarth, 2. Vorsitzende
